Glasionomere für Füllungen

Zu den häufigsten Aufgaben eines Zahnarztes gehört die Behandlung defekter Zähne mit einer Füllungstherapie. Dabei stehen ihm für Zahnfüllungen verschiedene Füllungsmaterialien zur Verfügung. Eines davon ist der sogenannte Glasionomerzement(kurz: GIZ). Diese Zement-Variante kommt vor allem dann zur Anwendung, wenn ein Zahn eine provisorische Füllung benötigt.

 

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Was ist Glasionomerzement für Zahnfüllungen?

Glasionomerzement ist ein Material für Zahnfüllungen, das aus einer Mischung aus Carbonsäuren, anorganischen Füllkörpern und Wasser besteht. Die Inhaltsstoffe sind im Einzelnen: reine Polyacrylsäure (alternativ: Copolymerisate aus Acrylsäure), Itakonsäure (alternativ: Maleinsäure), Calcium-Aluminium-Silikat-Glas und destilliertes Wasser.

Die Carboxygruppe der Säure sorgt dafür, dass es an der Zahnhartsubstanz (Zahnschmelz und Dentin) haftet. Deshalb ist es nicht erforderlich, den GIZ extra zu verkleben, wie es bei Komposit oder Compomer nötig ist. Die zahnfarbene Mischung härtet durch eine Säuren-Base-Reaktion aus, ist allerdings im Vergleich zu Zahnfüllungen aus Kunststoff weniger bruch- und biegefest und weist auch eine geringere Abrasionsstabilität auf. Deshalb ist GIZ nur begrenzt haltbar. Weil die enthaltenen Silikatpartikel vergleichsweise groß sind, lässt sich der Zement zudem weniger gut polieren als andere Materialien.

Wie bringt der Zahnarzt Glasionomerzement-Zahnfüllungen ein?

Im ersten Schritt bohrt der Zahnarzt die betroffene Zahnhartsubstanz aus und glättet die Ränder. Danach fertigt er die Füllung an, indem er den Glasionomerzement mit einer speziellen Flüssigkeit vermischt, bis es die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Diese Mischung bringt er anschließend in das für die Füllung vorbereitete Loch im Zahn ein. Durch einen zum Schluss aufgetragenen Schutzlack kann das Material aushärten, ohne dass es in Kontakt mit Speichel kommt.

Für welche Zahnfüllungen eignet sich Glasionomerzement?

Als ständiges Füllungsmaterial ist Glasionomerzement wegen seiner begrenzten Haltbarkeit weniger gut geeignet. Deshalb findet er üblicherweise bei Füllungen von Milchzähnen bei Kindern Anwendung. Er kommt aber auch bei Erwachsenen und bleibenden Zähnen als provisorische Füllung zum Einsatz. Häufig dient er als Fixierungsmöglichkeit für Zahn-Kronen und -Brücken, lässt sich aber auch als Unterfüllungszement, zum Beispiel bei kieferorthopädischen Behandlungen, nutzen. Sollte er für kleinere Kariesdefekte am Zahnhals eingesetzt werden, ist eine regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt erforderlich.

Nicht geeignet ist GIZ für endgültige Zahnfüllungen und für den Einsatz an der Zahn-Kaufläche eines Seitenzahns im bleibenden Gebiss. Dass das Material für diese stark beanspruchten Stellen stabil genug ist, ist wissenschaftlich bislang nicht belegt. Deshalb sollten Sie für diese Fälle auf andere Materialien zurückgreifen und den Glasionomerzement nur dort einsetzen, wo er seine Vorteile am Zahn ausspielen kann.

Welche Vorteile hat Glasionomerzement für Zahnfüllungen?

Die Kosten des Materials sind mit denen von Amalgam vergleichbar. Der Zahnarzt schätzt GIZ jedoch vor allem wegen der zahlreichen Vorteile, die er mit sich bringt: Anders als bei Kunststoff-Füllungen ist ein Verkleben des Materials am Zahn nicht erforderlich, denn es ist selbstadhäsiv.

Die Handhabung ist somit sehr einfach, ohne fehleranfällig zu sein. Es bedarf keiner aufwendigen Technik, deshalb kommt Glasionomerzement auch im Rahmen des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geförderten ART-Projekts zum Einsatz. Die sogenannte ART-Versorgung bezeichnet das “Atraumatic Restoration Treatment”, also die Versorgung mit Zahnfüllungen, ohne zu bohren. Hierbei entfernt der Zahnarzt die von Karies befallenen Stellen am Zahn nur mithilfe von Handinstrumenten und füllt ihn dann mit GIZ. Das Einbringen dieser Füllungen in den Zahn ist in der Regel schmerzfrei und kann ohne Betäubung vorgenommen werden.

Ein weiterer Vorteil von Glasionomerzement für Zahnfüllungen ist die geringe Polymerisationsschrumpfung. Das bedeutet, dass sich das Material bei der Aushärtung im Zahn nur wenig zusammenzieht. Bei einer ausgeprägten Schrumpfung würde sich die Dichtigkeit der Füllung am Rand des Zahns verringern.

Außerdem zeichnet sich das Material durch eine gute Biokompatibilität (Gewebeverträglichkeit) aus. Auch Patienten, die allergisch auf bestimmte Kunststoffe reagieren, können GIZ gut vertragen. Unverträglichkeitsreaktionen auf Glasionomerzement (ohne Zusatz von Kunststoffen) sind nicht bekannt.

Positiv ist auch das enthaltene Fluorid, welches kontinuierlich abgegeben wird. Dadurch kann sich im Bereich der Zahnfüllung einen Kariesschutz (Randkaries) aufbauen. Letzteres ist besonders vorteilhaft für Kinder, die von dem zusätzlichen Kariesschutz profitieren.

Glasionomerzement und Amalgam im Vergleich

Am offensichtlichsten ist der Farbunterschied zwischen dem klassischen Füllungsmaterial Amalgam und Glasionomerzement. Neben dem silbrigen Amalgam wirkt der matte, helle GIZ ästhetisch ansprechender. Allerdings ist Letzteres für Seitenzähne nicht geeignet und auch nicht so lange haltbar. Die durchschnittliche Haltbarkeit von Amalgam liegt bei 7-8 Jahren, die von GIZ bei 1-2 Jahren. Dies sind allerdings nur statistische Durchschnittswerte. Die tatsächliche Haltbarkeit kann - nicht zuletzt durch das individuelle Zahnpflegeverhalten - stark variieren.

Im Gegensatz zu Glasionomerzement gibt Amalgam kein Fluorid an den umgebenden Zahn ab. Dieses ist jedoch für die Kariesprophylaxe im kindlichen Gebiss sehr nützlich, wie auch wissenschaftliche Studien belegen. So verglichen dänische Wissenschaftler die Kariesentwicklung von über 660 Kindern im Alter von 3-13 Jahren [1]. Ihr Augenmerk lag dabei auf den Zähnen, die sich neben einem Zahn mit einer Amalgam- und Glasionomerzement-Füllung befanden. Insgesamt untersuchten sie mehr als 1.000 Zahnfüllungen und kamen zu folgendem Ergebnis: Bei den Nachbarzähnen der Amalgam-Füllungen musste im Laufe der acht Jahre dauernden Studie etwa jeder dritte Zahn (30 %) wegen Karies behandelt werden. Bei den benachbarten Zähnen der Glasionomerzement-Füllungen war dies nur in 16 % der Fälle nötig. Auch traten die Kariesläsionen bei den Amalgam-Nachbarn in dieser Studie früher auf.

Hinsichtlich des Arbeitsaufwands sind Zahnfüllungen mit GIZ und Amalgam miteinander vergleichbar. Gleiches gilt auch für die Kosten, die meist von den Krankenkassen übernommen werden. Allerdings soll Amalgam bei Kindern (und auch bei Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit) nur noch in absoluten Ausnahmefällen zum Einsatz kommen. Für sie ist GIZ deshalb eine gute Alternative zu Zahnfüllungen aus Amalgam.

Glasionomerzement für Zahnfüllungen von Omnident

Omnifill C heißt der leistungsstarke Glasionomerzement von Omnident, der in Form von Kapseln oder in Pulverform erhältlich ist. Die Kapselvariante hat den Vorteil, dass sie sofort am Zahn applizierbar und mit ihrer besonderen Konsistenz auch für den Seitenzahnbereich geeignet ist. Im Gegensatz dazu besitzt das korrekt angemischte Pulver eine mittelviskose Konsistenz, die ideal ist, um einen Zahn mit keilförmigem Defekt (Klasse III) zu behandeln und Milchzahnrestaurationen vorzunehmen.

Unabhängig von der Darreichungsform überzeugt das semipermanente Zahn-Füllungsmaterial von Omnident durch seine im Vergleich zu Amalgam besonders ästhetische Wirkung in den Vita-Farben A2 und A3. GIZ-Zahnfüllungen von Omnident geben zudem ständig Fluoride an den Zahn ab.

Quellen:
[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15124781/


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